Heinrichs Heimatseite

lactose-, gluten-, bio- und esoterikfrei    

Lyrisches

 

Lyrik darf sein, was ein jeder darunter versteht...


 


 Human Interest


Sun shining, wind blowing rain falling -

Never forget: Try to be happy.


 

Singing, laughing, dancing together -

Never forget: Try to be happy.


 

Helping, respecting, loving each other -

Never forget that you are human.


 

Needing, seeking, finding each other -

Now, do you feel that you are happy?


 


 

(Hein Baumgarten, June 23rd, 1987)

 


 Wenn die Stille kommt,


 


 

schweigen Gedanken nicht

werden Bilder zu farbigen Tönen

schlägt das Herz den Takt

lausche ich in mich hinein

lerne ich mich besser kennen

ist kein Raum für Ängste

wird Triviales lächerlich

wird allzu Lautes entlarvt

sind Gedanken die neue Währung

beginnt Kommunikation im Spiegel

schrumpft Bedeutsamkeit der Redner

ist die Zeit Sekundant im Duell der Sinne

kann nichts stören

darf auch ich schweigen

ist vieles schöner

stellt sich die Umwelt tot

ist Zimmerlautstärke eine Zumutung


 


 

(Heinrich Baumgarten, 2012)


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 Sonne

 

 

Die Leben schenkt -

Bist Du, der das Leben schenkt?

Beten wir DICH an, 

Eigentlich?

Von dem wir uns kein Bild machen können, 

Ohne zu erblinden?

Die Du allgegenwärtig

Deine Welt

Tags, nachts,

Sommers, winters

Musterst ohne Emotion?

Du lachst, sagen wir.

Du brennst,

Fürchten wir. 

Du strahlst, 

Fühlen wir.

Du scheinst nicht,

Du BIST,

Danken wir.

 

 

(Hitzacker, 07.07.2010)


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Schatten


 

Schatten,

gebremstes Licht

hinter denDingen,

deren Wesen du

verflachst -

ungerührt wanderst du

hinterher,

entgegen dem Lauf des Lichtes,

das dich warf.

Schatten der Lichtquelle


 


 

(Hitzacker,13.11.2014)

Selbstschatten auf steinigem Weg


 


 


 

Eisschollen


 

Auf dem Strom die Eisschollen 

stoßen an

und prosten sich zu.

Dabei schlagen sie Zacken

in meinen Traumpfad,

und der Mond denkt sich

nichts dabei.


 

(10.02.2012)

 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 

Neid,

du Häuptling Triebfeder

vom Stamme Nimmersatt -

der Glücksschmied

nimmt dich nicht in die Lehre.

Auch bei der Freude

klopfst du vergeblich.


 

(Hitzacker,22.12.2013) 


 


 


 


 


 


 


 


 

Pflaumenmus


 


 

"Das Pflaumenmus, es ist ein Muß",

So schallt es durch die Runde.

Und in der Tat, wir wissen es,

Ist es in aller Munde.

Bedeckt es doch, gesüßt, versoßt

Den deutschen morgendlichen Toast.

Die Konsistenz ist meist die gleiche -

Egal, wer es gebrauet hat -

Und praktisch ist daran das Weiche,

Benutzt man es an Kleisters Statt.

Wie oft zeigt sich auf Rock und Hose

Die Klebekraft der blauen Soße,

Und Weißer Riese, Omo, Dash

Verlieren ihre Wirkung rasch,

Kapitulieren vor der Kraft,

Die dauerhafte Flecken schafft.

Wie gut, daß man den Stein entnahm,

Bevor die Frucht man muste,

Daß die Idee der Hausfrau kam.

Sonst gäbe es Verluste

Gewiss am Amalgam.

Denn blieb er drin, der Pflaume Stein,

Gleichsam als Pudels Kern,

Dann wären alle kleider -Bein

"Stone washed" - ja, meine Herrn!


 

(Hitzacker, September 2013)


 


 


 


 

Standhaft


 

Vorstand

Bestandsaufnahme

Ist-Zustand

Besitzstand –Abstand  

Endstand

Leerstand

Stillstand.

Anstand?

Widerstand! Aufstand!


 

(04.11.2013)

 

Schäfergedicht


Schäferin und Schäfer harren
draußen vor dem Schäferkarren
auf den Anbruch einer Nacht,
die den beiden Freude macht.

Schäfermaid und Schäferbube
lieben ihre Schmusestube,
denn schon öfter, oh wie fein,
nächtigten sie dort zu zwei'n.

Denn zu zweit allein zu sein,
macht die größten Sorgen klein -
klitzeklein - was sag ich? Nichtig.
Nur zu zweit sein, das ist wichtig.

Kommt des Mondes Licht allmählich,
spricht er:" Eben Schäfchen zähl ich.
Und das letzte, das wirst du sein.
Und der Karren wird dann zu sein.

Und ist erst der Karren zu,
liebste Maid, ja, dann kommst du
in der Nacht nicht mehr zur Ruh,
und ich auch nicht, leewe Fru!"

Oh, ihr Leute, mögt ihr ahnen,
wie in die Planetenbahnen
Rhythmuswellen übergreifen
in des Großen Wagens Reifen?

Auch der kleine Schäferkarren
fängt ganz plötzlich an zu knarren,
wogt in Länge und in Breite,
legt auf einmal sich zur Seite.

Die Bewohner, welch ein Schreck,
rollen in das eine Eck,
dorthin, wo sich eben grad
noch befand ein Karrenrad.

Das Schäferstündchen ist vorbei,
denn der Karren ist entzwei.
Aber ist er repariert,
wird es sicher repetiert.



 


 

 

 

 

 


 


 


 

So zwischendrin mal etwas aus meiner Werkstatt für

Limericks


Mit denen ist das so eine Sache; denn von Geburt sind sie englischer Zunge.

Das Reimschema der Limericks lautet

a-a-b-b-a .

In den ersten beiden Versen wird eine Person vorgestellt.

In den Versen 3 und 4 geschieht etwas,

und im letzten erfolgt ein lustiges oder verblüffendes Resümé.

Limericks sind rhythmisch geprägt:


 

Ein Jambus, ein Jambus, ein Jambus,

dann nochmal dasselbe als Ganzus,

dann ein Anapaest,

der sich selber ablöst,

dann endet es wieder im Jambus.


 

(oder so etwa ungefähr - besser konnt' ich's nicht)


 

Sie auf deutsch nachzuempfinden, ist ein wenig mühsam, weil unsere Wörter einfach zu viele Silben enthalten.

Ich hab's trotzdem versucht...


 


 

Es schluckte ein Mädchen aus Dülken

      täglich so an die zehn Pillken.

        Die Leber sprach,,Tschüß!“,

              sie fiel vonne Füß.

    Wie Medikamente doch wilken!


 

(D‘dorf,  27.01. ,95)


 

EinYuppie im Dorf an der Düssel

am Handy sich stieß seinen Rüssel.

        Den Anruf, der ankam

           zu heftig er annahm.

Jetzt hat er 'nen Sprung in der Schüssel.


 


 

(D‘dorf, 27.01. ,95)


    Ein aufrechter Bürger aus Fildern

träumt Nacht für Nacht in bunten Bildern.

           Die tollsten Geschichten

            könnt‘ er uns berichten,

  doch schämt er sich, alles zu schildern.


 

(D‘dorf, 27.01. ,95)


 

 

Als der Kanzler Helmut von Dickback

In der Wählergunst endlich zurücklag,

           Sprach die Opposition:

            „Das hast du davon!“

Nicht Taktik war’s, sondern die Ticktack.


 

(D’dorf, 08.02.96) 


 

   Ein durstiger Kumpel aus Bochum

wollt‘ dort nicht mehr leben und zoch um.

              Nur Pilsner zu trinken,

              fing an, ihm zu stinken.

   Wohnt jetzt an der Mosel in Cochum.


 

(D‘dorf, 26.01. ,95)


 

"Laßt Hände und Glied vom Kondom!“

     sprach der Polen-Paule in Rom.

      "Versucht 's auszuschwitzen,

             näht zu alle Ritzen

    und beichtet im St. Peters-Dom!“


 

(D‘dorf, 08.02 ,96)


 


 

Einst gab es im Land einen Schneider.

Zur Deutschen Bank ging er, ja leider.

            Das Man-age-ment

              hat alles verpennt.

Die Kleinkunden helfen jetzt weider.


 

(D‘dorf, 27.01. ,95)


 


 

 


 

Es liefert’ ein Mann namens Schreiber

     Geräte zur Tötung der Leiber.

         Jetzt sind wir gespannt,

          ob im Spenderverband

Sich erkennen die Jäger und Treiber…


 

(Hitzacker, 13.08.09)


 


 

       Es war einst ein Bauer im Norden,

dem Schweine gekeult sind geworden.

             Auch Säue, die besten,

              tät man ihm verpesten.

     Jetzt möcht' Bürokraten er morden.


 


 

(D'dorf, 25.01. ,95)


 


 

 

 

Bis kürzlich noch gab es die Treuhand,

die oft statt des Kornes die Spreu fand.

         Gar manch‘ Spekulant

           verschwand elegant

  und füllte die Augen mit Streusand.


 

(D'dorf, 27.01.95)


   

Im Bundestagswahljahr war immer

          die CSU wesentlich schlimmer

                als die Schwesterpartei.

              Doch bedenket dabei:

    Erst die F.D.P. sorgt für die Trümmer.


(Hitzacker, 31.08.2013)



 

 

 

 

 


 


 

 

 

 





Ich lasse zu


 

Brahms nur zu hören,

Wenn ich Zwiebeln schälte,

War nicht genug.

Ich wollt’ erlauben,

Wollte wissen,

Was Musik mir tun

Und antun kann

Und wollte weinen.

Der Macho sei gestorben. 


 

(Düsseldorf, 2004) 

 

Haikus 

sind gedankliche Momentaufnahmen

aus

5

7

5

Silben

 


 


 


 

Primzahlig gesilbt,

forderst du stets Disziplin,

streng-weiser Haiku.


 


 


 

Zeitliches im Haiku(rs)wagen


 


 

Gestern


 

Der vorige Tag

bist du doch, sagt man - also

was tust du noch hier?


 


 

Heute


 

Schön, daß du da bist;

denn mit dir will ich leben.

Nur so ist es gut.


 


 

Morgen


 

Ich weiß nichts von dir.

Daß wir uns kennenlernen,

hoffe ich doch sehr.

  


 


 

Freude


 

Erwarte ich dich,

bist du mir noch unbekannt.

Doch dann leb ich dich.


 


 


 

Licht


 

Warum blinzle ich?

Es ist schön, wenn du da bist.

Dann will ich dich ganz.


 


 

Fenster


 

Offen oder zu-

immer weit läßt du schauen.

Wo gibt es das noch?


 


 

Stromlinien


 

Zeige dem Mainstream

immer die kalte Schulter

und lehn dich nicht an.


 


 

Wandern


 

Freude im Rucksack

ist Gegenteil von Ballast,

du hebst damit ab.


 


 

Arkadisch


 

Mein Arkadien

ist Patina der Seele,

doch kein Edelrost.


 


 

Mutgleiche


 
Immer wieder ist

mir Gleichmut abgefordert.

Und das macht gleich Mut.


 


 

 


 

Mitten spiegelglatt,

wirbelst in Kreisen am Rand.

Elbe, das mag ich. 


 


 

 


 


 


 

 

Du läßt dich gähn


 

Welch ein Phänomen, das Gähnen -

findet's doch nicht nur bei denen,

welche müde, statt.

Und man müßte auch erwähnen,

daß bisweilen unter Tränen

man's beobacht' hat.

Kommt dazu noch Langeweile,

hat das Gähnen Konjunktur.

So zu gähnen ohne Eile -

das geziemt dem Flußpferd nur...


 

(Hitzacker,20.12.2014)  


 Zeit der Ernte - Zeuge der Reife


 


 

Ernte - Ziel des Jahres,

Der Mühen Lohn.

Und stets aufs neue,

Alle Jahre wieder,

Rhythmus der Natur.


 

Und auch dein Leben,

Doch nur einmal,

Gewährt dir Ernte,

Wenn es sich neigt,


 

Bezeug dir Reife,

Wenn du ehrlich magst.

Und sagst du ja,

Ist's gut für dich.

Für dich allein.


 


 

Wie Pech und Schwafel...

 


 


 


 

Freitag, den dreizehnten,

stand ich mit dem linken Fuß auf

dem zerbrochenen Spiegel

und die schwarze Katze kam von rechts 

und zwinkerte mir zu.

Glücklicher Pechvogel, dem so viele bestätigte Vorurteile 

 schon morgens begegnen!

(Hitzacker, 12.03.2015)

     

Osterhases Bio-Eier-Pleite 

 

 

Vier Wochen vor dem Osterfest

sitzt Osterhase vor dem Nest,

denn er möchte schon beizeiten

sein Gelege vorbereiten.

 

Hauptsächlich aus Niedersachsen,

wo die besten Eier wachsen,

wünscht er sich die Ware her,

und zwar Bio, bitte sehr.

 

Friede, Freude, Freilandeier,

daß das Osterfest auch heuer

eitel Freude bringen möcht' -

Ist denn die Idee so schlecht?

 

Ach du liebe Zeit, oh nein!

Wieder einmal darf's nicht sein;

denn der Markt ist leergefegt,

weil man falsche Eier legt.

 

In den Medien, wie so üblich,

findet man das zwar betrüblich,

doch darüber zu berichten,

löset das Problem mitnichten.

 

Ob mit Nichten oder Neffen-

gern würd' er die Gauner treffen,

die mit ihrer Mauschelei

Eier pantschen eins, zwei, drei.

 

Ach, er würde, wenn er könnte,

Lieber heut' als morgen Rente

oder Pension antreten,

doch sein Dienst ist noch vonnöten.

 

 

 Toter Baum im Schloßpark von Ludwigslust 

 

 

Ja, es ist Herbst.                                                       

Herr, ist es Zeit?
Nein, nicht für Dich.
Du Baum ohne Blätter
Bist tot.
Kannst nicht mehr werfen
Mit Deinen Blättern.
Tatest es früher
Wohl pflichtgemäß.                                   

Stehst jetzt noch da
Mit weitem Geäst.
Man ließ Dich stehen.
Wie gut.
Ich seh Deine Narben,
Ich nehme sie auf.
Ich nehme sie an
Wie meine eignen.
Und schau Dich an.

Hat Deine Borke
Alles gesehn?
Sind Deine Bilder
Für uns zu verstehn?
Dürfen wir raten,
Was Du gemeint?
Wir stehen am Grabe,
Das Du für Dich
Aufrecht stehend
Gestaltest.
 

 

 


 

Wärmestein











Ein Stein – kein Stein von Einstein: doch trotzdem genial.
So soll er künftig Dein sein. Auf ihn fiel uns’re Wahl.
Er kann Dir etwas bieten in kalter Winterszeit.
Er kann die Wärme mieten, ist schnell dazu bereit.
Legst Du ihn auf den Ofen, so ist in kurzer Zeit-
so wollen wir doch hoffen – zum Spenden er bereit.
Des Ofens Spenderwärme gibt er an Dich dann ab,
an Füße, Bein’, Gedärme – wo’s sonst noch Kälte gab.
Wie oft schon aus der Flasche hat sich die Flüssigkeit –
oh welche fiese Masche – auf Kleidung ausgebreit’t.
Doch kann nun fürderhin, so dachten wir’s uns aus,
da ja kein Wasser drin, auch keines draus heraus.
Er ist kein Stein der Weisen, er löst Probleme nicht.
Doch ist er hart wie Eisen und auch vor allem dicht.





Steinreichtum


Diesen ziemlich großen hier
räumten wir Dir aus dem Weg.
Auf den warmen Ofen leg
ihn als Ankerstein nun Dir.

Möge er für lange Zeit
Wärme speichern dann und wann.
Kannst Du sie gebrauchen, dann
hast am Henkel sie bereit.

Ist er gar ein Stein des Weisen,
kann er sonst noch nützlich sein?
Kann er durch ovales Kreisen
Ruhe spenden? Das wär’ fein.

Kein Hinkel-, sondern Henkelstein
War er, ist er, soll er sein.
Soll er bleiben, Stein und Bein.

 

 

 

 


Ist er nicht der verläßlichste, ehrlichste Monat unter den zwölfen?