Heinrichs Heimatseite
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Neueres

Steigerung von "neu"?

Nein; aber neue Beiträge sollen als solche beim Besuchen dieser Heimatseite erkennbar sein und erst später in ihre Stammquartiere umziehen...

 

 

 


Besucher im Wendland

1963 kam ich ins Wendland und lernte es kennen. Kannte es bis 1991, als ich ins Exil ging. Kam zwischendurch zu Urlaubs-Stippvisiten und lernte wieder kennen, weiter kennen, erschrak über Vergessenes, freute mich über Wiedererkanntes, baute neu Erkanntes ein. Horchte auf, wenn ich draußen Nachrichten aus dem Wendland empfing, reagierte zornig auf kriminelle Energie der Politiker, die es erneut schänden wollte. Klärte auf, versuchte in kleinen Dosen zu informieren in kleinen Sphären, die ich bewohnte. Weckte Interesse hier und dort, erntete Ungläubigkeit und bisweilen Zweifel.
2004 im Herbst mußte und durfte ich das Exil verlassen, konnte wieder hier sein. Konnte wieder hier sein, seit zwei Jahren wieder zu zweit – wie früher, vor dem Exil. Ich kenne das Wendland und lerne es weiter kennen; denn ganz erschließt es sich mir wohl nie, weil ein Teil seines Wesens die Scheu ist. Die Scheu, die es allen zeigt, die glauben, sich seiner bemächtigen zu können. Die Scheu auch, die heimlich-unheimlich auch die befällt, die es zu instrumentalisieren gedenken, sich dienstbar zu machen. Niedersachsens wilder Osten wird immer Pionierland bleiben – jungfräulich, ohne heilig zu sein. Freude, Melancholie, Schönheit und Schroffheit wohnen symbiotisch in kaleidoskopischer Vielsamkeit, zu betrachten und zu erleben wie durch das Facettenauge einer der vielen Insektenarten, die es hier gibt.
Der Positiv besiegt hier den Komparativ; denn ich als älterer Mensch möchte hier gerne alt werden…